Pachtpreisanpassungsklauseln: Ein Beitrag zum
Risikomanagement landwirtschaftlicher Betriebe?

Ludwig Theuvsen

Published: 16.11.2007  〉 Jahrgang 56 (2007), Heft 8  〉 Resort: Article  〉  Deutsch
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.
DOI:
N. A.

ABSTRACT

Der Boden ist der zentrale landwirtschaftliche Produktionsfaktor, eine Stellung, die noch dadurch verstärkt wird, dass er (weitgehend) unvermehrbar ist und aus diesem Grund nur begrenzt zur Verfügung steht. Trotz des schnellen landwirtschaftlichen Strukturwandels wechseln Acker- und Grünland – sieht man von Erbfällen ab – nur vergleichsweise selten den Eigentümer. So wurden im Jahr 2005 gerade einmal 0,6 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen veräußert (DEUTSCHER BAUERNVERBAND, 2007). Wäre nicht in den neuen Bundesländern mit 58 200 ha relativ viel Fläche verkauft worden (alte Bundesländer: 38 500 ha), läge dieser Wert sogar noch niedriger. Die im Strukturwandel erforderliche Reallokation der Flächen vollzieht sich demnach weniger über den Kauf und Verkauf von Flächen, als vielmehr über den Pachtmarkt. So betrug der Pachtflächenanteil im Jahr 2005 immerhin 62,4 %, mit allerdings starken regionalen Unterschieden. Die Extremwerte markieren in dieser Hinsicht Bayern (44,6 % Pachtflächen) am unteren und Sachsen (89,9 % Pachtflächen) am oberen Ende. Dass im Bundesdurchschnitt der Pachtflächenanteil zuletzt leicht rückläufig war, ist allein auf vereinigungsbedingte Sonderentwicklungen in den ostdeutschen Bundesländern, z.B. Verkäufe durch die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), zurückzuführen gewesen. Betrachtet man lediglich die alten Bundesländer, so wird deutlich, dass der Pachtmarkt immer wichtiger wird und der Pachtflächenanteil von 1991 bis 2005 immerhin von 42,5 % auf 59,3 % angestiegen ist. Jeder achte landwirtschaftliche Betrieb ist ein reiner Pachtbetrieb (DEUTSCHER BAUERNVERBAND, 2007). Der landwirtschaftliche Bodenmarkt ist somit im Wesentlichen ein Pachtmarkt, dessen Entwicklung maßgeblichen Einfluss auf die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetriebe, etwa die Realisierung von zukunftsorientierten Wachstumsstrategien, nimmt. Anekdotische Evidenz wie auch Betriebsleiterbefragungen (INDERHEES, 2007) zeigen, dass Landwirte sich dieser Problematik durchaus bewusst sind.
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PROF. DR. LUDWIG THEUVSEN
Georg-August-Universität Göttingen
Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
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