Auswirkungen des Euro auf den Sektor Landwirtschaft in Deutschland

Winfried von Urff

Published: 01.10.1999  〉 Heft 10/2000  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Zusammenfassung:Aus der Sicht der deutschen Landwirtschaft wurden mit der Einführung des Euro währungsbedingte Benachteiligungen, die durch Aufwertungen der DM und damit ausgelöste Senkungen der Marktordnungspreise zustande kamen, aufgehoben. In dem Beitrag wird gezeigt, daß diese Argumentation einer kritischen Prüfung nicht standhält, da sich die realen landwirtschaftlichen Erzeugerpreise in Deutschland langfristig nicht anders entwickelten als in den übrigen Ländern der EU. Währungsrisiken gibt es gegenüber den am EWU teilnehmenden Ländern nicht mehr, und es kann ihnen gegenüber auch nicht mehr zu währungsbedingten Änderungen der Handelsströme kommen, wie dies etwa für die deutschen Ausfuhren nach Italien bei der Abwertung der italienischen Lira im Frühjahr 1995 der Fall war. Durch die Einführung des Euro ist der Wettbewerb transparenter geworden. Kritiker sehen in der Einführung der Währungsunion zu einem Zeitpunkt, zu dem die EU noch weit von einer Wirtschaftsunion und einer politischen Union entfernt ist, ein hohes Risiko. Nachdem der Wechselkurs nicht mehr zur Anpassung an interne und externe Schocks zur Verfügung steht und weil die Flexibilität von Produkt- und Faktorpreisen sowie die Mobilität des Faktors Arbeit begrenzt sind, können Anpassungen nur noch über die Beschäftigung erfolgen. Dies kann die Forderung nach beschäftigungsorientierter Geldpolitik bzw. nach Transferzahlungen für besonders betroffene Regionen auslösen. Die Gefahr eines Scheiterns der Währungsunion ist nicht auszuschließen, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist begrenzt.
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Prof. Dr. Winfried von Urff, Lehrstuhl für Agrarpolitik an der Technischen Universität München, Alte Akademie 14, D-85350 Freising-Weihenstephan, Tel.: 08161/71-3490 / Fax: 08161/71-3779, urff@weihenstephan.de
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