Schätzung der Nachfrage nach sensorischer Qualität – theoretische Überlegungen und empirische Anwendung auf Spezialitätenkaffee

Ramona Teuber

Guest Editors: Giovanni Anania and Roland Herrmann
Issue Title: Professional Interest, New Issues and Recent Methodological Developments in Agricultural and Resource Economics
Published: 26.08.2010  〉 2010-59-3, 173-186  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Die zunehmende Produktdifferenzierung und Verfügbarkeit elektronischer Datensätze hat zu einer stetig steigenden Zahl hedonischer Analysen für Agrarprodukte und Lebensmittel geführt. Die Mehrzahl dieser Studien schätzt hierbei die erste Stufe des von ROSEN theoretisch hergeleiteten zweistufigen hedonischen Modells. Es gibt jedoch auch einige wenige Studien, die auch die zweite Stufe, d.h. Angebots- bzw. Nachfragefunktionen für Eigenschaften schätzen. Der vorliegende Beitrag analysiert die bisherige theoretische und empirische Literatur zu zweistufigen hedonischen Modellen im Kontext der Agrar- und Ernährungsökonomie und leitet darauf basierend ein theoretisches und empirisches zweistufiges Modell für Spezialitätenkaffee ab. Das empirische Modell besteht aus einer nichtlinearen hedonischen Preisfunktion auf der ersten Stufe und einer inversen Nachfragefunktion für eine Produkteigenschaft, der sensorischen Qualitätspunktzahl (SQS), auf der zweiten Stufe. Die Ergebnisse der ersten Stufe weisen eine hohe Variabilität der impliziten Preise dieser Eigenschaft sowohl über die Zeit als auch über Regionen hinweg nach. Die Ergebnisse der zweiten Stufe belegen einen Anstieg der impliziten Preise der sensorischen Qualitätspunktzahl in der betrachteten Zeitperiode 2003-2009 und signifikante Anbauländer- und Käufereffekte. Kaffee aus Honduras erzielt hierbei neben Kaffee aus Rwanda die höchsten impliziten Preise. Dieses Ergebnis erscheint zunächst überraschend, da Kaffee aus diesen Ursprungsländern typischerweise auf der ersten Stufe diskontiert wird. Auf den zweiten Blick erscheint dieses Ergebnis aber durchaus plausibel. Für Kaffee aus Ländern mit einer bisher nur gering ausgeprägten Reputation für Qualität ist die Qualitätsbewertung signifikant bedeutsamer als für Kaffees aus Ländern mit einer etablierten Reputation für Qualität.
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RAMONA TEUBER
Justus Liebig University Giessen
Institute of Agricultural Policy and Market Research
Senckenbergstr. 3, 35390 Giessen, Germany
e-mail: Ramona.Teuber@agrar.uni-giessen.de
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