Zum Ausscheiden landwirtschaftlicher Betriebe: Eine empirische Analyse

Christoph R. Weiss

Published: 01.05.1999  〉 Heft 5/1999  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Zusammenfassung:Im Gegensatz zu den zahlreichen empirischen Untersuchungen zur Abwanderung aus der Landwirtschaft auf einem aggregierten Niveau (an Hand der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe bzw. der Arbeitskräfte im Agrarbereich) zielt die vorliegende Arbeit auf eine ökonometrische Analyse des Ausscheidens landwirtschaftlicher Betriebe auf einer individuellen Ebene. Die Untersuchung basiert auf den Daten der oberösterreichischen Agrarzensen für 1980, 1985 und 1990, welche verknüpft wurden und damit die Beobachtung von ca. 50 000 einzelnen Betrieben im Zeitablauf erlauben. Die Ergebnisse eines bivariaten Probit-Modells mit partieller Beobachtbarkeit legen nahe, daß die Exit-Wahrscheinlichkeit mit der Betriebsgröße, dem Wachstum der Betriebe in der Vorperiode, der agrarspezifischen Schulbildung der Betriebsleiter und der Größe der Betriebsleiterfamilie abnimmt und mit dem Niveau der allgemeinen Schulbildung der Betriebsleiter steigt. Der Einfluß des Alters der Betriebsleiter auf die Wahrscheinlichkeit des Ausscheidens ist für junge Landwirte negativ und wird positiv, wenn das Alter des Betriebsleiters etwa 43 Jahre überschreitet ("Lebenszykluseffekt"). Die signifikant höhere Wahrscheinlichkeit der Betriebsaufgabe von Nebenerwerbslandwirten (verglichen mit sonst identischen Haupterwerbsbetrieben) zeigt, daß Nebenerwerbslandwirtschaft auf individueller Ebene nicht als "stabiler Gleichgewichtszustand" anzusehen ist, der der langfristigen Sicherung des landwirtschaftlichen Betriebes dient, sondern den ersten Schritt auf dem Weg aus dem Agrarsektor darstellt.
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Dr. Christoph R. Weiss, Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität Linz, Altenberger Straße 69, A-4040 Linz-Auhof (Österreich). - Ich möchte Herrn Dr. Ernst Fürst für die Bereitstellung der Daten sowie den Teilnehmern von Seminaren in Kiel, Linz und Wien für wertvolle Kommentare zu einer früheren Fassung der Arbeit danken.
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