Welcome to the Club? An Economical Approach to Geographical Indications in the European Union

FRANK THIEDIG; BERTIL SYLVANDER

Published: 28.11.2000  〉 Heft 12/2000  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Willkommen im Klub? - Eine ökonomische Betrachtung von geographischen Herkunftsangaben in der Europäischen UnionDer Rechtsschutz geographischer Herkunftsangaben in Form der EWG-VO Nr. 2081/92 ist ein wesentlicher Bereich der "neuen" europäischen Qualitätspolitik. Mit diesem Instrument sollen drei Ziele erreicht werden: Befriedigung des wachsenden Bedarfs an Produkten mit ausgewiesener Herkunft, Sicherung höherer Einkommen für Erzeuger und die Harmonisierung des Rechtsrahmens. Die "romanischen" (französischen und italienischen) Ursprungsbezeichnungen dienten der Verordnung als Paradigma. Grundsätzlich existieren vier Typen von Herkunftsbezeichnungen: Generische Herkunftsbezeichnungen, Herkunftsangaben mit umfangreichem gesetzlichem Schutz, Herkunftsangaben, die über das Wettbewerbsrecht geschützt werden und individualisierte Herkunftsangaben. Herkunftsangaben sind im Normalfall kollektive Bezeichnungsmonopole. Damit ausgezeichnete Produkte verfügen über ein mehr oder minder ausgeprägtes akquisitorisches Potential. Die Preis-Absatzkurve bildet demnach einen monopolistischen Spielraum. Es wird gezeigt, dass monopolistisches Verhalten vorteilhaft sein kann und in besonderen Fällen sogar nur ein monopolistisches Verhalten zu einem Angebot führen wird. Notwendig für diese Form des Monopols ist das kollektive Handeln mehrerer Einzelfirmen. Die Club-Theorie als neoklassischer Ansatz, ermöglicht eine Untersuchung von geographischen Herkunftsangaben. Erzeuger schließen sich in einem Club zusammen, um aus dem Vorteil einer gemeinsamen Herkunftsangabe zu profitieren. Dabei entstehen Kosten in Form von Erstellungs- und Ausschlusskosten. Insbesondere die Ausschluss- bzw. Kontrollkosten lassen die Frage nach der Fähigkeit der Eigenfinanzierung bzw. indirekter Subventionen aufkommen. Die Club-Theorie kann einige Beobachtungen und Erfolgsfaktoren von geographischen Herkunftsangaben erklären. Um kollektives Verhalten zu verstehen, wird die Theorie der Konvention herangezogen. Konventionen verringern Transaktionskosten, aber sie unterscheiden sich stark nach den Mitgliedsländern. Dies führt zu unvermeidbaren Missverständnissen. Die von der EU-Kommission geforderte Exklusivität der EWG-VO Nr. 2081/92 zwingt die "nördlichen" Länder" in ein "romanisches" System. Damit setzt sie nicht nur die Qualitätskonventionen in den "nördlichen" Ländern aufs Spiel, sondern gefährdet auch das akquisitorische Potential des traditionellen "romanischen" Systems.
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Dipl.-Ing. agr. FRANK THIEDIG, Department für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der TU München, Alte Akademie 14, D-85350 Freising-Weihenstephan and Dipl.-Ing. agr. BERTIL SYLVANDER, Directeur de la recherche INRA-UREQUA (Unité de la Recherche sur l'économie des qualifications agro-alimentaires). 8, avenue Laennec, F-72000 Le Mans.
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