The Economic Benefits of Pesticides: A Case Study from Germany

Hermann Waibel, Gerd Fleischer, Heinrich Becker

Published: 01.06.1999  〉 Heft 6/1999  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Zusammenfassung:Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel (PSM) in der Landwirtschaft wird sehr kontrovers diskutiert. Während die Landwirtschaft auf einen hohen Nutzen verweist, werden von anderer Seite die Risiken hervorgehoben. Bislang gibt es in Deutschland allerdings erst wenige Studien, die sich systematisch mit Nutzen und Kosten des PSM-Einsatzes bzw. einer eventuellen Verminderung des Einsatzniveaus beschäftigt haben. Der Artikel geht der Hypothese nach, daß in der konventionellen Analyse die Produktivität des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sowohl aus einzel- als auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht überschätzt wird. Die Analyse der neueren mikroökonomischen Literatur zeigt, daß es wichtig ist, PSM im Rahmen von Schadensvermeidungsaufwendungen zu sehen. Produktivitätsabschätzungen sollten auch die Effekte auf die natürlichen Ressourcen einbeziehen, was dynamische Modellansätze notwendig macht. Eine geringere Rolle als gewöhnlich angenommen spielen die risikomindernden Eigenschaften von PSM. Weiterhin werden die veränderten Konsumentenpräferenzen dazu führen, daß Landwirte negative Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt stärker internalisieren.Die Abschätzung von Wohlfahrtseffekten auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene wird durch die unzureichende Datenlage erschwert. Der beschränkte Zugang zu relevanten Daten begrenzt auch die Auswahl geeigneter ökonometrischer Modelle. Allerdings zeigen Modelle, die auf dem beobachtbaren Verhalten der PSM-Anwender aufbauen, gewisse Vorteile. Dabei sollten die Schattenpreise von Gütern und Vorleistungen als Referenzwert herangezogen werden.In einer Fallstudie der westdeutschen Landwirtschaft wurde ein regionales Produktions- und Faktornachfragemodell angewendet, das zumindest einen Teil der diskutierten methodischen Probleme vermeidet. Das Ergebnis der Studie ergab eine Nutzen-Kosten-Relation von 1,47. Der PSM-Einsatz ist daher im Durchschnitt aus volkswirtschaftlicher Sicht rentabel, wobei dies allerdings für die marginale Produktivität möglicherweise nicht gilt. Die externen Kosten wurden separat abgeschätzt und ergaben einen Mindestwert von etwa 250 Millionen DM jährlich. Weil gegenwärtig nur extreme Szenarien gerechnet worden sind, sollte der Informationszugang dahingehend verbessert werden, daß die Abschätzung der Auswirkungen von realistischen PSM-Reduktionszielen möglich ist.
CONTACT AUTHOR
Prof. Dr. Hermann Waibel,
Dr. Gerd Fleischer,
Institut für Gartenbauökonomie der Universität Hannover, Abteilung Betriebslehre des Gartenbaues, Herrenhäuser Straße 2, D-30419 Hannover
Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Becker, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Fachbereich Landbau/Landpflege, Studiengang Agrarwirtschaft, Pillnitzer Platz 2, D-01326 Dresden
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