Nachhaltigkeitsanforderungen für Biotreibstoffe –
der Fall von Biodiesel aus Rapsöl

Franziska Junker, Alexander Gocht, Sandra Marquardt, Bernhard Osterburg, Heinz Stichnothe

Guest Editors: Justus Wesseler, Martin Banse and David Zilberman
Issue Title: The Political Economy of the Bioeconomy
Published: 01.12.2015  〉 2015-64-4, 274-285  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Rapsöl ist in der Europäischen Union und besonders in Deutschland der wichtigste Rohstoff für Biodiesel, und dadurch ist die Biodieselindustrie zum wichtigsten Abnehmer von Rapsöl geworden. Es ist fraglich, ob dies angesichts der steigenden Anforderungen an die Reduktion der Treibhausgas(THG)-Emissionen, die ab 2017 in der EU gelten, Bestand haben wird. Nach den gegenwärtig gültigen Standardwerten erreicht Biodiesel aus Rapsöl ab 2017 nicht die geforderten THG-Emissionseinsparungen.

Um die Marktwirkungen eines Ausschlusses von Rapsöl vom Biodieselmarkt abzuschätzen, simulieren wir diesen mit den Modellsystemen MAGNET und CAPRI. Den Simulationsergebnissen zufolge würde der Rapspreis in der EU um 17% zurückgehen, die für den Rapsanbau genutzte Fläche um 6%. Rapsöl wird durch andere importierte Pflanzenöle ersetzt. Gleichzeitig steigen die Einfuhren von Biodiesel aus Nordamerika, Argentinien und Asien.

Wir prüfen, durch welche Anpassungen die geforderten Emissionseinsparungen erreicht werden können. Unsere Analyse hat ergeben, dass nur durch das Zusammenwirken mehrerer Akteure der Wertschöpfungskette (Düngemittelproduzenten, Landwirte und Biodieselanlagenbetreiber) das THG-Reduktionsziel von 50% oder mehr erreicht werden kann.
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DR. FRANZISKA JUNKER
Thünen-Institut für Marktanalyse
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Germany
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