Modellierung von Betriebsentwicklung und Nachhaltigkeitszielen

JÜRGEN ZEDDIES

Published: 27.11.2001  〉 Heft 8 (von 8) 2001  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

WILHELM BRANDES hat in seinen zahlreichen Lehrbüchern auch die Grundlage gelegt für theoretisch sachgerechte Modellierung landwirtschaftlicher Unternehmen, die in jüngerer Zeit unter Nachhaltigkeitszielen weiter entwickelt wurde. Die publizierten Forschungsergebnisse sind den Bereichen wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit zuzuordnen. Standardmethode für die Analyse wirtschaftlicher Nachhaltigkeit ist die Deckungsbeitragsrechnung, die für den genannten Zweck durch Zuordnung von Nutzungskosten und/oder weiterer zuordenbarer betriebszweigspezifischer Kosten sachgerecht zu ergänzen ist. Auf betrieblicher Ebene ist dieses Instrument schlagspezifisch zu einem Managementinformationssystem unter Nachhaltigkeitszielen durch Einbeziehung von Ertrags- und Bodennährstoffkartierung, spektroskopische Bestandsinformationen sowie Nutzung des Global Positioning Systems zu neuen Formen des Präzisionslandbaues weiterentwickelt worden. Auf aggregierter, sektoraler und regionaler Ebene findet die Methodik Anwendung zur Analyse regionaler Grenzkosten, Preisangebotsfunktionen, Kontingentsrenten u.a.. Forschungsarbeiten zu produktkettenbezogener Nachhaltigkeit im weltweiten Vergleich stehen noch am Anfang. Dabei kommt der Kostenwirksamkeit von Umweltstandards zunehmende Bedeutung zu. Die Nutzung der Buchführung zur Beschreibung der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit von Betriebssystemen ist durch Ergänzung des Kennzahlenkatalogs und geeignete Auswertungsroutinen von den Adressaten gefragt und erfolgversprechend weiter zu entwickeln. In Transformationsländern rücken bei der Umwandlung ehemaliger Produktionsgenossenschaften, Kolchosen und Sowchosen Ziele sozialer Nachhaltigkeit ins Blickfeld. Weiter entwickelte simultan-dynamische Planungsmethoden bilden in hoch disaggregierter Formulierung nicht nur soziale Nebenbedingungen bezüglich Zahlungsverpflichtungen, Sozialpläne etc., sondern auch Investitionen und Desinvestitionen sowie alle laufenden Finanzflüsse zeitlich disaggregiert ab. Sie ermöglichen die Verbindung von Buchführungsergebnissen mit Finanzplanung und Controlling und sie sind auch im Hinblick auf verstärkt notwendige Risikoanalysen, insbesondere Preis-, Politik- und Produktionsrisiken, adäquat. Ökologische Nachhaltigkeitsziele, z.B. hinsichtlich Bodenerosion, Nitratauswaschung, Emissionen klimarelevanter und umwelttoxischer Stoffe u.a. haben Methodenvarianten der Betriebsplanung hervorgebracht, die sowohl optimale betriebliche Anpassungspfade als auch agrarumweltpolitische Wirkungsanalysen ermöglichen. Naturwissenschaftliche Module wurden in Modelle zur Optimierung ganzheitlicher Betriebssysteme integriert. Auf aggregierter Ebene ist es gelungen, betriebsbasierte Modelle zu GIS-gestützten Landschaftsmodellen zusammenzufügen. Die Ergebnisse werden auf kleinregionaler Ebene dargestellt und Adressaten der Landschaftsplanung und Politik auf modernen Datenträgern verfügbar gemacht. Einzelbetriebliche Ansätze werden in Multi-Agenten-Systemen modelliert, die bei starker Konkurrenz im Raum um Fläche, Quoten, Verschmutzungsrechte u.a. zumindest einen vielversprechenden Erklärungsansatz darstellen. Wesentliche Voraussetzungen für die innovative Weiterentwicklung der quantitativen Betriebsplanung unter Nachhaltigkeitszielen war u.a. der interdisziplinäre Ansatz und die konsequente Ausrichtung der Forschung an den Fragen der Adressaten.
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Prof. Dr. JÜRGEN ZEDDIES, Universität Hohenheim, Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre 410 B, 70593 Stuttgart, Tel. 0711 459 2566, Fax 0711 459 3709 (E-mail: i410b@uni-hohenheim.de)
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