Die Umstellung auf ökologischen Apfelanbau als risikobehaftete Investition

HERMANN WAIBEL, HILDEGARD GARMING, KATRIN ZANDER

Published: 12.11.2001  〉 Heft 7 (von 8) / 2001  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Die Umstellung auf ökologischen Apfelanbau ist eine mit Risiko behaftete Investition. Auf der Grundlage von Daten aus 18 ökologisch wirtschaftenden Apfelanbaubetrieben in Norddeutschland und von Expertenaussagen wurden nach einer Analyse einiger ökonomischer Kennzahlen der Betriebe vier Fragen untersucht. Erstens, wie stellt sich unter der zu erwartenden Datensituation die Rentabilität einer Umstellung dar. Zweitens, welchen Einfluss hat die Berücksichtigung von Unsicherheit in den wichtigsten Einflussgrößen. Drittens, welche Rolle spielt die Sortenwahl und viertens die Sortenkombination im Hinblick auf die Verminderung des Risikos.
Zur ersten Frage lässt sich als Orientierung festhalten, dass bei einem Preis von mehr als 1 DM pro kg und Erträgen über 15 t/ha eine Umstellung rentabel wird. Diese Werte werden von den besseren ökologisch wirtschaftenden Betrieben deutlich überschritten. Die Berücksichtigung von Risiko bestätigt, dass die Umstellungsinvestition auch dann rentabel ist, wenn man die Unsicherheit bei Preisen und ertragsbeeinflussenden Faktoren in Betracht zieht. Ein Vergleich der Sorten mit Hilfe des Kriteriums der stochastischen Dominanz zeigt, dass die schorfresistente Sorte 'Topaz' die Sorten 'Pinova', 'Elstar' und 'Jonagold' dominiert. Die Analyse der Sortenkombinationen macht deutlich, dass bei einer Annuität von weniger als 9000 DM die Sortenvielfalt maximal ist, wohingegen bei einer über 11 000 DM pro ha liegenden Annuität nur noch die Sorte 'Topaz' in der Lösung verbleibt.
In dem Beitrag werden die errechneten Ergebnisse kritisch reflektiert und daraus die Schlussfolgerung abgeleitet, dass neben einem eklatanten Mangel an Daten zur Durchführung aussagekräftiger agrarökonomischen Analysen im Ökoanbau methodische Weiterentwicklungen erforderlich sind. Insbesondere die Verbindung neoklassischer Ansätze mit dem Gedankengut der Ökologischen Ökonomie könnte hier einen Beitrag leisten.
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Prof. Dr. HERMANN WAIBEL,
Dipl.-Ing. agr. HILDEGARD GARMING,
Dipl.-Ing. agr. KATRIN ZANDER,
Institut für Gartenbauökonomik der Universität Hannover, Herrenhäuser Straße 2, D-30419 Hannover, Tel.: (0511/) 762 2666 (E-Mail: waibel@ ifgb.uni-hannover.de)
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