Die Rolle von Kooperationen im Gewässerschutz aus Sicht der Wasserversorgungsunternehmen

Katja Beck, Andrea Knierim

Published: 01.09.2019  〉 Volume 68 (2019), Number 3, 167-177  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Landwirten und Wasserversorgungsunternehmen (WVU) kommt mit ihren Kooperationen in Deutschland eine besondere Rolle für die Sicherung der Trinkwasserversorgung und für die Reduktion des Nitratgehalts zu. Landwirte tragen mit verringerter Düngermenge zum Umweltschutz bei, haben aber trotz weniger eingesetztem Mineraldünger aufgrund der Ausgleichszahlungen keinen finanziellen Nachteil. WVU haben somit weniger Aufwand für die Wasseraufbereitung und können diese finanziellen Einsparungen für die Ausgleichszahlungen einsetzen. Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, wie die Novellierung der Düngeverordnung, sowie der im Januar 2017 erschienene Nitratbericht 2016 gaben Anlass dazu, solche Kooperationen zwischen Landwirten und Wasserversorgungsunternehmen zu untersuchen. Im Fokus dieser Untersuchung stehen die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der Kooperationen aus Sicht der WVU. Hierzu wurde eine qualitative empirische Untersuchung mit Experten der Wasserwirtschaft durchgeführt. Die Auswahl der Interviewpartner erfolgte nach dem Schneeballprinzip sowie dem Convenience Sampling. Die Datenerhebung fand in Form leitfadengestützter Experteninterviews statt. Die Datenauswertung wurde anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring mit Kategorienbildung durchgeführt. Als Ergebnis kann zusammengefasst werden, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. deren Änderung einen großen Einfluss auf die Kooperationen in der Wasserwirtschaft haben. Aufgrund der Freiwilligkeit von Kooperationen sind nicht flächendeckend alle in Wasserschutzgebieten wirtschaftende Landwirte in einer Kooperation involviert. Die gelingende Kommunikation unter allen Beteiligten ist Rahmenbedingung und Erfolgsfaktor zugleich, ohne die solche Kooperationen langfristig nicht funktionieren können. Die heterogenen Organisationsformen der Kooperationen auf nationaler Ebene können als Vor- und Nachteil betrachtet werden, indem einerseits bei der Kooperationsgestaltung Standortspezifika berücksichtigt werden können, andererseits aber eine Richtlinie für generelle Kooperationsstandards und die Finanzierung fehlt.
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KATJA BECK
Universität Hohenheim
Institut für Sozialwissenschaften des Agrarbereichs (430),
Fachgebiet Ländliche Soziologie (430a)
Schloss Hohenheim 1 C, Museumsflügel,
70593 Stuttgart
E-Mail: katja.beck@uni-hohenheim.de
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