Der Markt für Fleisch und Fleischprodukte 2021/2022

Josef Efken, Jakob Meemken, Inken Christoph-Schulz

Published: 14.04.2022  〉 Volume 71 (2022), Supplement (Deutsch), 61-88  〉 Resort: Articles supplement  〉  Deutsch
Submitted: 24.02.2022   〉 Feedback to authors after first review: --   〉 Accepted: --

ABSTRACT

Die Entwicklung der verschiedenen globalen Fleisch­märkte im Jahr 2021 ist zweigeteilt. Es gab eine starke Nachfrage nach Rindfleisch, insbesondere angeheizt durch den chinesischen Markt und ein begrenztes Angebot, was zu stark gestiegenen Preisen für Rindfleisch und Rindfleischprodukte führte. Das Gleiche gilt für die Märkte für Schaf- und Ziegenfleisch. Im Gegensatz dazu gab es eine gleichbleibende Nachfrage nach Schweinefleisch, aber einen starken Anstieg der Schweinefleischproduktion, wiederum angetrieben durch die enorme Ausdehnung in China. Zurückhalten­de Bestellungen chinesischer Importeure führten dann zu sinkenden Preisen für Schweinefleisch in der zweiten Hälfte des Jahres 2021. Auf den Geflügelmärkten ist eine ausgewogenere Entwicklung von Angebot und Nachfrage zu beobachten. Die Schweine- und Geflügelfleischerzeugung der EU-27 ist 2021 im Vergleich zu 2020 etwas gestiegen, während die Rindfleischproduktion leicht zurückgegangen ist. Es gibt starke Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten. Insbesondere Spanien, Polen, Irland und die Niederlande verzeichneten eine bemerkenswerte Ausweitung der Fleischerzeugung. Insgesamt stagniert der EU-Ver­brauch. Der deutsche Schweinefleischmarkt steht vor besonderen Herausforderungen. Die seit Jahren schwa­che Nachfrage nach Schweinefleisch geht einher mit einer anhaltenden Diskussion über die Schweinehaltung und die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen und der Fleischindustrie. Die Corona-Pandemie und zusätzlich der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 führten zu gravierenden Vermarktungsproblemen und einem Abwärtstrend der Schweine- und Schweinefleischpreise. Im Gegensatz dazu erzielt der Rinder- und Rindfleischmarkt – wie auf den internationalen Märkten – enorme Preissteigerungen. Die heimische Produktion hat bisher nicht mit einer Produktionsausweitung reagiert, da der Milchmarkt die eher schrump­fende Rindfleischproduktion verursacht und Veränderungen in der Produktion eine lange Zeitverzögerung haben. Der deutsche Geflügelmarkt ist sowohl in der Produktion als auch im Verbrauch expansiv. Die aktuelle Situation und kurzfristige Entwicklung des Marktes für Fleischalternativen zeigt einen noch relativ jungen und wenig etablierten Markt mit marginalen Marktanteilen in den verschiedenen Produktmärkten.
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Dr. Josef Efken
Thünen-Institut für Marktanalyse
Bundesallee 63, 38116 Braunschweig
E-Mail: josef.efken@thuenen.de
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