Clusteranalyse als Instrument zur Gruppierung von spezialisierten Marktfruchtunternehmen

Michael Herink, Volker Petersen

Published: 13.09.2004  〉 Jahrgang 53 (2004), Heft 7 (von 8)  〉 Resort: Article  〉  Deutsch
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.
DOI:
N. A.

ABSTRACT

Ziel der Arbeit ist es, durch das Verfahren der Clusteranalyse landwirtschaftliche Unternehmen mit Marktfruchtbau mit ähnlichen Eigenschaften zu bündeln. Die Gruppenbildung soll unter anderem Hinweise darauf liefern, ob charakteristische Handlungsmuster mit der Höhe des Erfolges korrespondieren. Datengrundlage für die Untersuchung sind hoch spezialisierte Unternehmen mit Marktfruchtbau auf guten natürlichen Standorten in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Die hier durchgeführte hierarchisch-aggolomerative Clusteranalyse basiert im Wesentlichen auf dem Ward-Algorithmus. Die untersuchten Unternehmen werden in acht relativ homogene Gruppen unterteilt, die sich voneinander prägnant unterscheiden.


Folgende Ergebnisse sind festzuhalten. Eine Gruppe von Clustern mit einem insgesamt niedrigen Niveau der Naturalerträge setzt Aufwendungen ein, die erheblich, und zwar um 120 Euro/ha, voneinander abweichen. Das Gleiche gilt für eine zweite Gruppe von Clustern mit einem im Ganzen hohen Niveau der Naturalerträge. Umgekehrt erzielt eine nächste Gruppe von Clustern mit einem nahezu gleichen, niedrigen Aufwand Naturalerträge, die spürbar (11 dt/ha) auseinander fallen. Das Gleiche gilt für weitere Gruppe von Clustern mit einem überaus ähnlichen, aber sehr hohen Aufwand. Darüber hinaus zeigt sich, dass ein gegebener mittlerer bis hoher Erfolg auf betont verschiedenen Wegen zustande kommt. Von Gruppen, die mit sehr hohem Aufwand sehr hohe Naturalerträge erstellen, lassen sich Gruppen abgrenzen, die mit ausgeprägt niedrigem Aufwand mittlere bis hohe Naturalerträge realisieren. Ein Vergleich mit eindimensional angelegten Auswertungen auf der Grundlage von Erfolgsquartilen macht deutlich, dass diese Gruppierung Handlungen zur Steigerung des Erfolges impliziert, die im Lichte mehrdimensionaler Analysen nicht sachgerecht sind. Die Handlungslinien, um gute wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen, sind, anders als die eindimensionale Analyse nahe legt, recht divergent.


Was sind die Ursachen für die Beobachtungen? Die Analyse legt die Vermutung nahe, dass Unterschiede im Management und in den natürlichen Standortfaktoren die ungleichen Handlungsmuster und Erfolge begründen. Infolge der Datengrundlage muss jedoch offen bleiben, welche natürlichen Standortfaktoren eine hier nicht identifizierte Rolle gespielt haben könnten. Dem explorativen Ansatz der Analyse entsprechend lässt sich zudem nicht abgrenzen, durch welche Dimensionen des Managements die Ergebnisse ursächlich zu erklären sind. Die damit für diese und ähnlich gelagerte Unternehmen verbundenen Fragestellungen haben ein hohes Gewicht. Denn die Cluster mit den wirtschaftlich besten Ergebnissen weisen, teils divergent, auf Handlungsmuster hin, die auch unter Weltmarktbedingungen eine konkurrenzfähige Produktion ermöglichen.
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PROF. DR. VOLKER PETERSEN
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
Landwirtschaftliche Fakultät,
Institut für Agrarökonomie und Agrarraumgestaltung
06099 Halle (Saale)
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