Bestimmungsfaktoren des Erfolges und der Effizienz landwirtschaftlicher Unternehmen

VOLKER PETERSEN

Published: 01.11.1999  〉 Heft 11/1999  〉 Resort: Article 
Submitted: N. A.   〉 Feedback to authors after first review: N. A.   〉 Accepted: N. A.

ABSTRACT

Zusammenfassung:1. Die Versuche zur Erklärung von Erfolgs- und Effizienzunterschieden zwischen Betrieben und Unternehmen sind ein traditioneller Forschungsschwerpunkt in der Agrarökonomie. Zur Herleitung empirischer Beziehungen finden statistische Analyseverfahren mit differenzierten, vorwiegend multivariaten Ansätzen sowie Frontierfunktionen Anwendung. Im Mittelpunkt dieses Forschungsansatzes stehen gegenwärtig stochastische Frontiermodelle; sie stellen eine parametrische Ursache-Wirkungsbeziehung zwischen unabhängigen und abhängigen Variablen her. Sie erweitern die Aussage der traditionellen LS-Schätzungen in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist in ihnen das Potential enthalten, zu einer besseren Approximation der geschätzten an die wahren Parameterwerte zu gelangen. Zum anderen liefern sie durch systematische Nutzung der Restvarianz Aussagen zur Effizienz des zugrunde liegenden Produktionsprozesses.2. Der im stochastischen Frontiermodell als Möglichkeit angelegte Erkenntniszuwachs wird in der vorliegenden Analyse mit Einschränkungen ausgeschöpft. Die Ergebnisse der Likelihood-Funktion bestätigen zum einen, daß der gewählte Ansatz die Daten besser approximiert als die als Startfunktion verwendete multiple Regressionsanalyse. Diese Aussage gilt zum anderen jedoch nur dann, wenn Funktionen der Cobb-Douglas-Funktionsklasse eingesetzt werden. In der Untersuchung konnte nicht geklärt werden, warum das in dem Frontieransatz liegende Potential nicht durch andere Funktionsklassen wie zum Beispiel lineare oder linear-wechselwirkende Funktionen ausgeschöpft wurde.3. Das für jedes Jahr getrennt spezifizierte Frontiermodell spiegelt die sachlogischen Zusammenhänge der zugrunde liegenden hochspezialisierten Marktfruchtunternehmen durchweg zutreffend wider. Zusätzliche Aufwendungen für Arbeitskräfte, variable Produktionsmittel und Maschinen sowie für die (nicht unmittelbar organisationsbedingten) Gemeinkosten folgen dem erwarteten Muster und mindern, differenziert nach Wirtschaftsjahr und Produktionsfaktor, den Reinertrag in unterschiedlichem Maße. Umgekehrt lösen Steigerungen der Naturalerträge und der Produktpreise eine Zunahme des Reinertrages aus.4. Das Gewicht der den Erfolg und somit die Wettbewerbskraft der Unternehmen bestimmenden Faktoren wird auf Grundlage eines speziellen Algorithmus zur Generierung standardisierter Kenndaten quantifiziert. Das Gewicht wird für den Beginn und das Ende des Prüfzeitraumes sowie in Abhängigkeit vom Preis- und Ertragsniveau errechnet. Im Ergebnis ist festzuhalten, daß die Bedeutung der Erfolgsfaktoren Naturalertrag und Produktpreis sowie Arbeit und (nicht unmittelbar organisationsbedingte) Gemeinkosten im Untersuchungszeitraum zum Teil sehr deutlich zugenommen hat. Umgekehrt hat das Gewicht der variablen Kosten und der Abschreibung im Zeitablauf abgenommen. Eine Schlüsselstellung nehmen hohe Naturalerträge und geringe Kosten für Arbeit ein; auf sie entfallen rd. 50 % des unter standardisierten Bedingungen ermittelten Zuwachspotentials von knapp 500,- DM/ha.5. Die durchschnittliche Reinertragseffizienz beträgt im Mittel der Jahre 68 %. Die so indizierte Managementqualität ist im Zeitablauf annähernd konstant geblieben. Der agrarpolitische Kurswechsel mit dem Übergang von dem System hoher Produktpreise ohne Transferzahlungen hin zu einem System niedrigerer Produktpreise mit leistungsunabhängigen Transferzahlungen hat die Chancen für Unternehmen, durch eine herausragende Betriebsleiter- oder Managementqualität Differentialrenten zu erzielen, im Ergebnis nicht vermindert.
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